Venus
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Neben Sonne und Mond leuchtet die Venus als hellstes Gestirn am
Himmel. Ihre Umlaufzeit um die Sonne beträgt 225 Tage. Aus dem
Sichtwinkel der Erde entfernt sie sich maximal 48° von der Sonne.
Wenn die Venus als Morgen- oder Abendstern hell am Himmel funkelt,
so ist sie in der Realität genauso wie als astrologisches Symbol
Ausdruck von Harmonie und Schönheit. Sie steht für das Bedürfnis
nach Ausgleich und Gemeinsamkeit, für das Bestreben, Brücken zu
schlagen. Sie ist ein ausgesprochen weibliches und erotisches
Prinzip und entspricht dem Teil in uns, der sich nach einem Du
sehnt, Beziehungen sucht und schafft, sich für alles Schöne im Leben
öffnet und es genießen kann.
Der Venus-Teil in uns möchte Ausgleich schaffen. (Nicht zu
verwechseln mit Ausgleich haben!)
Im Positiven entspricht dies einem Bestreben, auf andere Menschen
zuzugehen, das Verbindende hervorzuheben, zu vermitteln und Harmonie
und Schönheit zu schaffen.
Eine verzerrte Form ist übermäßige Anpassung aus Angst vor
Harmonieverlust. Auch Passivität und Bequemlichkeit können Folgen
eines falsch verstandenen Harmoniebedürfnisses sein, gemäß dem
Motto: Wenn ich nichts bewege, kommt nichts aus dem Gleichgewicht.
Die Venus symbolisiert die erotische, beziehungsorientierte Seite
einer Frau und ihr Gefühl von Frau-Sein, sowie den erotischen Aspekt
des Animabildes eines Mannes, gemäß dem er sich eine Partnerin
aussucht.
Die Zeichen Stier und Waage sowie das zweite Haus und das siebte
Haus werden der Venus zugeordnet.
Venus
aus
tiefenpsychologischer Sicht (© AKRON)
Die
Lust der Hingabe - Die weibliche Sexualität
Aphrodite (römisch
Venus) ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Liebe, des
Friedens und des Glücks. Sie wird als das höchste Ideal weiblicher
Schönheit gepriesen. Als Venus-Urania verkörpert sie die reine,
himmlische und idealisierende Liebe. Man nennt sie auch "die
Himmlische", "die aus dem Schaume Geborene" oder "die aus dem Meer
Aufsteigende".
Die Legende weiß
zu berichten, daß Venus der Verbindung des gestürzten Himmelsgottes Uranos
und seiner Gattin Gaia, der Erde, entsprang. Uranos, der seine Kinder
verschlang, wurde von Saturn, seinem Sohn, mit einer Sichel entmannt. Aus
dem abgeschlagenen Glied des Vaters, von Saturn ins Meer geschleudert, floß
weißer Schaum, dem Venus an den Gestaden der Insel Kythera entstieg. In
ihrer Manifestation als Venus-Pandemos hingegen regiert sie über die
irdischen Triebe, denn sie ist genauso die Fürstin der Schönheit und der
Kultur wie die Dämonin des Verfalls und der Genußsüchtigkeit.
Venus verkörpert
die Flammen der Sehnsucht nach der sexuellen Vereinigung zwischen Mann und
Frau und symbolisiert damit den paradiesischen Vorhof des körperlichen
Verlangens: die verschlingende Hingabe, die zum Numinosum wird, indem sie
das verlorene Gefühl der Ganzheit durch das Empfinden der Vereinigung wieder
zu erreichen verspricht. Wenn der Mond für die Befruchtung steht, dann ist
Venus der Kuß: die erste, vorsichtige Öffnung dem anderen gegenüber,
gleichsam als seelische Eintrittskarte in das Körperinnere, aber auch die
höllischen Zungenküße, jene Elixiere des Teufels, die in den uterinen Höhlen
und tiefen Wassertümpeln gründeln und ihre Opfer porentief einsaugen.
© AKRON
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