Die Sonne
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Von
der Erde aus gesehen durchwandert die Sonne in einem Jahr
den..\Planeten\sonnegross.jpg Tierkreis gegen den Uhrzeigersinn, was einer relativen
Tagesbewegung von ungefähr 1° entspricht. Bei Tag- und
Nachtgleiche am 21. März steht sie auf 0° Widder und
durchläuft ein Zeichen pro Monat.
So wie die Sonne astronomisch das zentrale Gestirn des
Sonnensystems ist, so symbolisiert sie auch in der
Astrologie den zentralen Wesenskern eines Menschen. Ihre
Stellung im Geburtsbild sagt etwas aus über unser
Ich-Bewußtsein, über unseren Willen und über die Art und
Weise, wie wir unser Leben gestalten.
Die Sonne verkörpert das Prinzip der Selbstverwirklichung,
das Lebenskonzept und den Weg, den wir einschlagen. Sie ist
die Instanz in uns, die wir als bewußtes Ich oder innere
Mitte wahrnehmen, das heisst, sie hat die Funktion eines
Dirigenten oder Kapitäns. Sie bestimmt die langfristigen
Ziele und das, was schließlich den "roten Faden" unseres
Lebens ausmacht. Die Sonne vertritt ein männliches Prinzip,
das mit dem archetypischen Bild des Vaters verglichen werden
kann.
Im Positiven strahlen wir das aus, was die Sonne in Zeichen,
Haus und Aspekten verkörpert. Wir sind selbstbewußt, aber
nicht egozentrisch.
Im Horoskop kann die Sonne stärker oder schwächer gestellt.
Hat die Sonne eine schwache Stellung, so finden wir unser
inneres Zentrum nicht ohne weiteres und haben Mühe, zu
wissen, wer wir sind und was wir im Leben wollen.
Ist die Sonne im Horoskop sehr stark gestellt, können
Schwierigkeiten durch eine allzu starre Ich-Wahrnehmung
entstehen. Wir wollen dann im Mittelpunkt stehen und neigen
zu Egoismus und einem unnachgiebigen Willen.
Das Zeichen Löwe und das fünfte Haus werden der Sonne
zugeordnet.
Die
Sonne aus
tiefenpsychologischer Sicht von AKRON
Der schöpferische Wille
Die
alles überstrahlende Sonne ist das befruchtende Symbol der
Lebenskraft. Sie ist der Mittelpunkt, die Schöpfungsnabe, deren
Strahlen alles durchdringen und auf deren Schwingen der Mensch zu
sich selber findet, denn es ist sein eigener Herzton, der ihn trägt,
der ihn mit dem irdischen Schicksal verwebt und durch die Wirren des
Karmas führt.
Seit der
Urfrühe der Menschheit erkennen wir in ihr das kraftvolle Prinzip,
das nach nächtlichem Kampf mit den Mächten der Finsternis jeden
Morgen mit unverminderter Kraft wieder aufersteht und ihre
siegreiche Bahn über den Himmel zieht. Als Zentrum des Tierkreises
ist sie auch ein Symbol des göttlichen Ich. Für die alten Ägypter
verkörperte Horus die brennende Morgensonne, Ra die glühende
Mittagssonne und Aoum die dämmernde Abendsonne, bis Echnaton den
Sonnengott Aton als alleinigen Gott einführte.
Die Sonne
entspricht der Suche nach dem Weg oder der Reise des Helden zu sich
selbst, denn sie ist das Ziel des persönlichen Strebens und stellt
alle Formen von Ich-Verwirklichungen dar. Doch erst in der
Gewichtung der ganzen Lebensumstände und der Einsicht in die
Ursache-Wirkungs-Prinzipien kann sich das Ich dann als das erkennen,
was es ist: eine sich stets wandelnde, vitale Größe mit begrenzter
Existenzdauer, die sich aus unbewußten Verhaltensmechanismen und
kollektiven Urmustern zusammensetzt.
Mit
anderen Worten: Wir projizieren unsere inneren Wünsche und Gedanken
in die Außenwelt und erhalten sie von dort in der Verkörperung
geeigneter Modelle zurück. Daraus basteln wir dann eine Form von
Lebenssinn, ohne zu erkennen, daß die Außenwelt nur das Echo auf
unsere Gedanken ist. Dadurch identifizieren wir uns mit der
sonnenhaften Verkörperung unseres Willens, was immer dann zu
Ich-Krisen führt, wenn die alten Sichtweisen durch neue Perspektiven
ersetzt werden müssen. Genau das aber ist das Dilemma der
unentwickelten Sonne: daß sich das Ich in seiner eigensten
Entwicklungsabsicht nicht erkennt und Schmerz und Leid nicht als die
Wirkungen erfährt, die es zur eigenen Transformierung sucht und
findet!