Neptun
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Mit einer durchschnittlichen Sonnenentfernung von 4,5 Milliarden
Kilometern ist der Planet Neptun noch ein gutes Stück weiter von uns
entfernt als der Uranus. Er wurde erst 1846 entdeckt. Seine
Umlaufzeit beträgt 164 Jahre.
Neptun verkörpert ein höheres Prinzip der Venus, das man mit
All-Liebe oder göttlicher Liebe bezeichnen könnte. Neptun bedeutet
die Sehnsucht nach Geborgenheit durch die Auflösung des Egos und das
intuitive Wissen, als Tropfen zum Meer zu gehören und eins mit ihm
zu sein.
Neptun symbolisiert den mystischen Teil in uns, der die Grenzen von
Ich-Bewußtsein und Außenwelt immer wieder auflöst und uns daran
erinnert, daß wir Teil eines größeren Ganzen sind. Dieser Teil läßt
uns die Sehnsucht nach einer anderen Welt verspüren und kann
gleichermaßen Motivation für totale Hingabe und Hilfsbereitschaft
sein, wie für Religion oder aber für Weltflucht und Sucht.
Der Neptun-Persönlichkeitsteil in uns möchte zurück ins Paradies.
Doch dem Menschen bleibt es höchstens für kurze Momente vergönnt, in
das Gefühl der Einheit einzutauchen, gerade genug, um die Sehnsucht
danach aufrecht zu erhalten.
Möglichkeiten, diesem realitätsfremden Persönlichkeitsaspekt in der
materiellen Welt auf eine positive Weise Ausdruck zu verleihen,
bieten uns vor allem künstlerische oder helfende Betätigungen.
Problematisch wird es, wenn man Hingabe mit falscher
Opferbereitschaft und gegenseitiger Abhängigkeit verwechselt und
meint, allen helfen zu müssen, oder wenn man mit Hilfe von
Suchtmitteln vor den Anforderungen des realen Lebens in eine innere
Scheinwelt flüchtet.
Wie Uranus läßt sich auch Neptun nicht kontrollieren. Wir können uns
dieser Seite in uns nur öffnen und hingeben und versuchen, die
Erfahrungen in das Alltagsleben einfließen zu lassen.
Das Zeichen Fische und das zwölfte Haus werden dem Neptun
zugeordnet.
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Neptun aus
tiefenpsychologischer Sicht (© AKRON)
Die
Auflösung der Form - Die Visualisierung der Sphären
Neptun
repräsentiert die unergründlichen Tiefen der Seele und als Gott der Meere
und der visionären Geheimnisse ist es sein Ziel, die gefestigte Ordnung
aufzuweichen und die Materie in ihre Urbestandteile aufzulösen. Doch hinter
Neptuns Fähigkeit, Wunder und Illusionen zu erwirken, steht neben der
Absicht, die Polaritäten aufzulösen und das materieorientierte Denken und
Handeln ad absurdum zu führen, auch das hellsichtige Verlangen, den Menschen
durch den vordergründigen Alltag zum transzendenteren Hintergrund zu führen,
um die Sehnsüchte in den tieferen Schichten seines Unterbewußten selbst zu
entdecken, die wiederum die Grundlage seines Strebens sind.
Wenn Uranus die
Relativität ist, die sich an den Beschreibungsversuch des Unsagbaren
heranwagt, dann ist Neptun der unbeschreibliche Inhalt des so Beschriebenen.
Denn die Absicht, sich als unbeschreiblich darzustellen, entspringt dem
menschlichen Bestreben nach dem Inventarisieren selbst des Unsagbaren.
Neptun stellt die große Sehnsucht dar, in der sich unsere kleine Sehnsucht
spiegelt, und deren Schatten Pluto ist. Neptun versinnbildlicht die
Drehscheibe im göttlichen Schöpfungsplan, weil er einerseits das Nichts an
der Nahtstelle zum Werden verkörpert, andererseits aber gerade durch sein
Werden zu etwas wird, was sich nach dem so verlorenen Paradies zurücksehnt.
Er ist der
Gedanke Gottes, der dem Nichts entspringt, in das er auch wieder
zurückkehren muß, und damit begegnen wir gleich am Anfang der berühmten
Frage nach dem letzten Sinn: 'Warum muß etwas werden, nur um sich
selbsterkennend wieder aufzulösen und daraus wieder neu zu entstehen?' Die
Antwort wäre: 'Neptun ist nicht nur der Anfang, der werden muß, sondern auch
das Ende, das vergehen muß, um neu zu werden, damit es wieder werden kann,
um aufs neue zu vergehen,' denn er entspricht dem schöpferischen Willen, der
keine Absicht hat und ohne Pluto weder kommt noch geht, weil er in sich
absichtslos ist und ohne die Strukturen des göttlichen Planes einfach die
Potenz des sich selbst aus sich heraus gebärenden Urnichts darstellt.