Home  China  Tibet  Geburtsdaten  Tierzeichen  Schriftzeichen  Aztekenhoroskop


CHINA

Die Große Mauer in China
Dieser Teil der Großen Mauer Chinas verläuft durch das Gebiet nordöstlich von Peking. Für den Bau der Mauer wurden im 3. Jahrhundert v. Chr. mehrere bereits bestehende Befestigungsanlagen zusammengeschlossen. Hunderttausende von Arbeitern waren über zehn Jahre lang mit der Errichtung dieses steinernen Wehrgangs beschäftigt, der sowohl als Transportweg als auch zu Verteidigungszwecken diente. Über die Jahrhunderte hinweg ist die Mauer immer wieder erneuert worden.

Joseph Sohm/ChromoSohm Inc./Corbis © & (p) 1995-2000 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

   
 
Land und Leute
Die Menschen                                          
 
 
 
 
  Verkehr und Kommunikation

Bevölkerung

China hat eine der weltweit ältesten Zivilisationen aufzuweisen, die ohne Unterbrechung fortbestanden. Bei Ausgrabungen entdeckte Funde menschlicher Überreste wurden auf ein Alter von 460 000 Jahren geschätzt. Bereits 5500 v. Chr. baute man im Osten Chinas Reis an, und 500 Jahre später bildete sich im Tal des Huang He (Gelber Fluss) eine Gemeinschaft heraus, die Landwirtschaft betrieb.

Heute hat China mit einer Einwohnerzahl von über 1 256 200 000 (2000) Menschen die größte Bevölkerung weltweit. Um das Bevölkerungswachstum zu reduzieren, schränkte die Regierung die Anzahl der erlaubten Kinder pro Ehepaar auf eins ein. Diese Politik war in erster Linie für die Han-Chinesen gedacht, die den Hauptteil der chinesischen Bevölkerung ausmachen. Teilweise haben Frauen in ländlichen Regionen auch ein zweites Kind, aber meist erst mehrere Jahre nach dem ersten. In China leben insgesamt 55 verschiedene nationale Minderheiten. Die bedeutendsten unter ihnen sind die ethnischen Gruppen der Zhuang, Mongolen, Tibeter, Uiguren, Miao, Yi, Koreaner, Yao, Bai, Tujia, Hui und Hani. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 131 Einwohner pro km². In einigen Regionen im Osten des Landes liegt sie sogar noch wesentlich höher (mehr als 1 150 Einwohner/km²).




Sprache

Die Landessprache ist Standardchinesisch, das Putonghua, welches auf dem Mandarindialekt basiert. Die Mehrheit der Bevölkerung verwendet diese Sprache. Daneben gibt es zahlreiche andere Sprachen wie Kantonesisch, Fukienesisch und das Hakka im Süden Chinas. Zusätzlich verfügt jede der nationalen Minderheiten über eine eigene Sprache oder einen eigenen Dialekt. Die chinesische Schriftsprache umfasst insgesamt mehr als 50 000 Zeichen, von denen aber nur etwa 8 000 ständig gebraucht werden. Um eine Zeitung zu lesen, muss man rund 3 000 bis 4 000 Schriftzeichen kennen. Für den Unterricht der chinesischen Sprache an Schulen oder für die Kommunikation auf internationaler Ebene existiert ein lateinisches Alphabet (pinyin).


Religion

Obwohl die kommunistische Regierung offiziell den Atheismus vertritt, ist den Bürgern das Praktizieren ihres Glaubens innerhalb gewisser Grenzen gestattet. Die vorherrschenden Religionen sind der Buddhismus, Taoismus, Islam und das Christentum. Die Regierung erlaubt allen religiösen Organisationen zwar die Veröffentlichung von Druckerzeugnissen sowie die Veranstaltung von Treffen und Gottesdiensten, überwacht diese aber argwöhnisch. Die Durchführung derartiger Aktivitäten ohne vorherige Genehmigung kann Gefängnisstrafen oder andere Beschränkungen zur Folge haben.

Inselkloster
Das Po-Lin-Kloster auf Lantau Island befindet sich in Hongkongs Region der New Territories. Dieses buddhistische Kloster liegt an einem steilen Hügel in der Nähe der Südküste zwischen dem Skek-Pik-Stausee und dem Lantau Peak. An der Mündung des Zhu Jiang (Perlfluss), direkt westlich von Hongkong Island, breitet sich Lantau Island über 150 km² aus. Viele religiöse Einrichtungen sind hier zu finden. Bei Tai Shui Hang an der Nordostküste lebt der Trappistenhimmel, ein geschlossener, christlicher Orden mit strengem Schweigegelübde.
Porterfield-Chickering/Photo Researchers, Inc. © & (p) 1995-2000 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
 



Sitten und Gebräuche

Familienstruktur
Schon immer legten Chinesen in Bezug auf Familie und Abstammung großen Wert auf Loyalität. Die strenge Familienplanungspolitik erlaubt Paaren in der Stadt seit Beginn der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts maximal ein Kind. Die Familienplanungsprogramme umfassen u. a. Initiativen, die junge Leute zu einer späteren Heirat motivieren sollen. Collegestudenten ist es sogar verboten, vor Abschluss ihres Studiums zu heiraten. Als geeignetes Heiratsalter gilt bei Frauen das 20. und bei Männern das 22. Lebensjahr. Diejenigen, die vorher heiraten, werden von gewissen Sozialleistungen ausgeschlossen.

Die Eheschließung erfolgt ohne große Umstände. Hat das Paar von der für das entsprechende Wohngebiet zuständigen Behörde die Heiratserlaubnis erhalten, erfolgt die Trauung ohne weitere Zeremonie. Danach findet im Familien- und Freundeskreis eine Hochzeitsfeier statt. Mittlerweile ist es auch hier üblich, Eheringe zu tauschen. Die Frauen behalten ihren Namen und nehmen nicht den des Mannes an. Nach einer Heirat werden Frauen nicht mehr als Mitglied ihrer Familie angesehen. Söhne genießen generell ein höheres Ansehen, weil sie in der Familie verbleiben, sich später um ihre Eltern kümmern und für den Fortbestand der Familie sorgen.

Das Wohnungsangebot ist im Allgemeinen sehr beschränkt. In den Städten sind kleine Mietwohnungen ohne Badezimmer die Regel. In den ländlichen Gegenden überwiegen einfache Häuser, deren Fußböden aus festgestampfter Erde bestehen. In den Städten sind die meisten Wohnungen Staatseigentum oder gehören dem Arbeitgeber. Im Bemühen, die Wohnbedingungen zu verbessern und auch das Angebot zu erhöhen, versucht die Regierung die Leute zu bewegen, ihre Häuser oder Wohnungen als Eigentum zu erwerben. Unter anderem hat sie auch ein allmähliches Ansteigen der Mietpreise durchgesetzt, um so Bauunternehmen zu animieren, mehr und bessere Häuser und Wohnungen zu bauen. Die meisten Familien haben das Bestreben, ihr eigenes Haus zu bauen. Dafür sparen sie viele Jahre lang. Besitzer eines Hauses zu sein, gilt als Symbol eines höheren Lebensstandards. Die Mehrheit der Bevölkerung legt großen Wert auf eine gute Ausbildung ihrer Kinder, in der Hoffnung, dass diese einmal wohlhabender sein werden, als sie selbst es sind.


Essen und Trinken

Die Hauptprodukte der Ernährung umfassen Kartoffeln, Tofu, geschrotetes Maismehl, Reis und andere Getreidesorten. Auch Nudeln sind weit verbreitet, und Man tou (gedünstetes Brot) gehört vor allem im Norden Chinas zu den Hauptnahrungsmitteln. Gerichte mit Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch oder Fisch sind zwar sehr beliebt, aber auch sehr teuer. Die Spezialitäten variieren von Region zu Region – von der typischen Ente in Peking bis zu scharf gewürzten Gerichten in der Provinz Sichuan Sheng. Obst und Gemüse werden je nach Saison zubereitet. Unter die Soßen mischt man Gemüse und Fleisch und isst sie mit Reis.

In China benutzt man Stäbchen als Besteck. Das Essen wird in der Mitte des Tisches aufgedeckt und kann aus mehr als nur einem Hauptgericht bestehen, das dann mit Reis kombiniert wird. Man füllt sich von den Speisen etwas in eine Schüssel und hält diese beim Essen dicht an den Mund. Nicht essbare Reste, wie Knochen und Kerne, werden auf den Tisch oder in eine flache Schüssel, aber niemals zurück in die Reisschüssel gelegt. Nach Beendigung des Essens legt man die Stäbchen nicht in die Reisschale, sondern sauber auf den Tisch.

In Restaurants sind die Tische oft mit einer Art drehbar gelagertem Tablett ausgestattet, das es den Gästen erlaubt, ohne Umstände von mehreren Speisen zu kosten. Trinksprüche werden nicht nur an die Personen am Tisch, sondern manchmal auch an benachbarte Tische gerichtet. Für offizielle Bankette sollte sich der Gast eine kurze, nette Rede zurechtlegen, um so gegebenenfalls eine Ansprache des Gastgebers geschickt beantworten zu können.


Umgangsformen

Beim Grüßen einer anderen Person nicken Chinesen höflich oder verbeugen sich leicht. Auch ein Händedruck ist möglich, besonders bei offiziellen Anlässen oder zum Ausdruck besonderen Respekts. Ausländer grüßt man vorwiegend mit Ni hao ma? (“Geht es ihnen gut?”). Obwohl viele Chinesen diesen Gruß kennen und auch verwenden, gibt es doch traditionellere Formen. Eine ungezwungene Begrüßung dieser Art lautet z. B. Chi le ma? (“Haben sie gegessen?”). Die mögliche Antwort ist entweder Chi le (“Ja”) oder Mei you (“Noch nicht”). Vorstellungen nehmen Chinesen meist auf sehr förmliche Weise vor. Sie nennen den vollen Titel ihrer Gäste, machen im Gegensatz dazu allerdings weit weniger präzise Angaben zu ihrer eigenen Persönlichkeit. Chinesische Namen bestehen größtenteils aus einsilbigen Familiennamen, gefolgt von einem ein- oder zweisilbigen Vornamen. Die Anrede erfolgt entweder mit dem vollen Namen oder mit dem Familiennamen und dem Titel der jeweiligen Person. Anstelle des beruflichen Titels sind auch die chinesischen Äquivalente für Herr und Frau gebräuchlich. So kann also Wang Jian-Jun auch Herr Wang genannt werden, niemals aber einfach nur Wang. Auch Jian-Jun wäre unüblich. Unter Freunden kann man anstatt der Titel die Ausdrücke Lao (“Alt”) und Xiao (“Jung”) hören. Auch Anreden wie “Lehrer” oder “Doktor” sind durchaus nicht selten.

Abgesehen von großen Menschenmengen, in denen der Körperkontakt unvermeidbar ist, berühren Chinesen niemanden, den sie nicht kennen. Einem Lächeln gibt man in jedem Fall den Vorzug vor einem Schulterklopfen oder einer ähnlichen Geste. Die Einhaltung dieser Regeln gilt es besonders zu beachten, wenn man es mit älteren Menschen oder solchen in bedeutenden Positionen zu tun hat.

Für offizielle Anlässe werden Einladungen ausgesprochen. Ansonsten sind auch Besuche ohne vorherige Ankündigung üblich. Zu Einladungen sollte man pünktlich erscheinen. Eine mehrminütige Verspätung wird als äusserst unhöflich angesehen. Die Gäste benehmen sich zurückhaltend und vermeiden laute, ausgelassene Gespräche und Aktivitäten. Wertvolle Geschenke eines Fremden lehnen die Gastgeber ab, aber Freunde bringen in der Regel Kleinigkeiten wie Tee, Zigaretten, Obst, Schokolade, Kuchen oder Wein mit. Sind diese Mitbringsel eingepackt, kommt es selten vor, dass die Gastgeber sie auspacken, bevor die Gäste gehen. Gewöhnlich bietet man seinen Besuchern Erfrischungen an, aber es wird nicht als Unhöflichkeit empfunden, wenn man dankend ablehnt. Die Gastgeber wiederholen mehrere Male das Angebot, bevor sie die Weigerung akzeptieren. Da viele Chinesen zeitig aufstehen, enden diese geselligen Abende oft schon sehr früh.


Freizeit

In den Städten bieten Theater, Ballettaufführungen, Kinos und andere kulturelle Veranstaltungen Zerstreuung. Besonders populär sind importierte Filme. Kulturensembles bereisen auch die ländlichen Gebiete und geben dort Vorstellungen. Sport ist ebenfalls eine beliebte Freizeitbeschäftigung und diesbezügliche Angebote findet man in allen Städten. Die Favoriten sind Tischtennis, Schwimmen und Fußball. Bereits in den frühen Morgenstunden sieht man viele Menschen in Parks oder auf den Höfen beim Training des Tai ji quan (t'ai chi ch'uan), einer traditionellen Form des Schattenboxens, die sowohl körperliche Bewegungsübungen als auch eine Art Meditation beinhaltet.

Man trifft sich gern, um einfach nur zu diskutieren oder sich mit Karten- oder Tischspielen zu beschäftigen. Viele bekannte Spiele haben ihren Ursprung in China, darunter Majiang (Mah-jongg) – das bei weitem beliebteste Spiel im Land –, chinesisches Schach und verschiedene Kartenspiele. Wei qi (in einigen anderen Ländern als “Go” bekannt) ist ein strategisches Spiel, das in höher gebildeten Kreisen beliebt ist.


Feiertage

Das chinesische Neujahrsfest (auch Frühlingsfest genannt) findet entsprechend dem chinesischen Mondkalender im Januar oder Februar statt. Als der bedeutendste Feiertag wird dieses Frühlingsfest mit Banketts, Familientreffen, Karnevalsveranstaltungen und Drachentänzen gefeiert. Die Regierung stellt sicher, dass während dieser Tage in ausreichender Menge Lebensmittel zur Verfügung stehen. Zu den typischen Delikatessen, die bei diesem Fest angeboten werden, gehören Fisch (als Symbol des Überflusses), Fleisch, Garnelen, Reis und Jiaozi (chinesische Knödel).

Der Jahreszeitenwechsel vom Winter zum Frühling erfolgt um den 5. März und heißt Jing zhe (Ching Che) oder “Fest der aufgeregten Insekten”. Für Chinesen ist dies der Tag, an dem “der Drache sein Haupt erhebt” und die Insekten aus ihrer Überwinterung reißt. Die vielen Rituale, mit denen dieser Tag begangen wird, sollen die Fruchtbarkeit der Erde wieder beleben.

Am 8. März ist Internationaler Frauentag, der seinen Ursprung in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten von Amerika hat, als die Frauen der Bekleidungs- und Textilindustrie gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestierten. Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit. Der Internationale Tag der Bildung wird in China und anderen Ländern, die den Vereinten Nationen (UN) angehören, seit den sechziger Jahren am 8. September begangen.

Am 28. September feiert man den Geburtstag von K'ung Fu-tzu (Konfuzius) bzw. den Lehrertag. Konfuzius, der 551 v. Chr. geboren wurde, spielte bei der Gestaltung der Ethik und der Politik Chinas eine bedeutende Rolle. Der Konfuzianismus befürwortet den Respekt, Gehorsam und die Selbstlosigkeit und misst Tugenden wie Weisheit, Gerechtigkeit und Loyalität eine große Bedeutung bei.

Weitere gesetzliche Feiertage sind der Nationalfeiertag (1. und 2. Oktober), gefolgt vom Tag der Vereinten Nationen am 24. Oktober. An diesem Tag trafen sich 1945 die Nationalisten Chinas mit Repräsentanten anderer Länder, um die Charta der Vereinten Nationen zu verabschieden. Am 12. November ist der Geburtstag von Sun Yatsen, der aufgrund seiner Planung der industriellen Entwicklung als der Vater des modernen Chinas gilt und in der chinesischen Politik zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine führende Rolle spielte.

Weitere traditionelle Feste, die in China zu unterschiedlichen Jahreszeiten stattfinden, sind das Laternenfest (15. Tag des ersten Mondmonats), das Drachenbootfest (5. Tag des fünften Mondmonats) und das Herbstmitte- oder Mondfest (15. Tag des achten Mondmonats).


Kunst

Bildende Kunst und Literatur
Die kommunistische Regierung Chinas bemühte sich um eine Umstrukturierung des Bildungswesens, das neben dem allgemeinen Schulbesuch noch andere Institutionen umfassen sollte. Besonders während der Kulturrevolution von 1966 bis 1976 wurde die Kunst als bildendes Instrument angesehen. Infolgedessen war die Auswahl der Arbeiten, die veröffentlicht werden durften, nur sehr beschränkt. Die offizielle Haltung bezüglich der Propagandawirkung von Kunstwerken hat seit Mitte der siebziger Jahre jedoch wieder an Strenge verloren. Auch ausländische Literatur, die in den sechziger Jahren verboten worden war, wird in China heute wieder aufgelegt. 1978 und 1979 ließ man etwa 200 ausländische Werke übersetzen, darunter populäre Romane aus dem Westen, die dann im Literaturverlagshaus des Volkes erschienen.

Die chinesische Regierung erkannte sogar an, dass Kunst als soziales Ventil auch von Nutzen sein kann. Die Filmtheater sind in der Regel bis auf den letzten Platz ausverkauft, und auch fahrende Truppen von Akrobaten, Zirkusartisten und Jongleuren, Ballettensembles und Opernsänger treten in den kleineren Städten und Gemeindezentren vor vollen Häusern auf. In den achtziger Jahren erlaubte China wieder Konzertreisen von klassischen Musikern und Popstars aus dem Westen.

Bestimmte Ansichten durch Kunst zum Ausdruck zu bringen, ist in China ein heikles Thema, da sich die offizielle Haltung der Regierung unerwartet schnell ändern kann. 1957 waren im Rahmen der Hundert-Blumen-Kampagne Schriftsteller und Intellektuelle aufgerufen, sich deutlich bezüglich eventueller Perspektiven zu äußern, wie die Regierung die Politik den Bedürfnissen des Volkes anpassen könnte. Die Kritik und die Vorwürfe, die nach diesem Aufruf zur Offenheit vorgetragen wurden, waren so heftig, dass die Regierung sofort von ihrem Kurs abschwenkte. Für ihre Meinungsäußerungen sahen sich viele Intellektuelle danach politischer Verfolgung ausgesetzt. Ähnliche Stimmungswechsel innerhalb der Regierung veranlassten Chinas Künstler, Schriftsteller, Komponisten und Regisseure in den siebziger und achtziger Jahren, auf die Aufforderung von offizieller Seite, ihren Werken frei von jeder Zensur künstlerisch-kulturellen Ausdruck zu verleihen, mit verhaltener Vorsicht zu reagieren.


Musik

An historisch bedeutsamen Stätten fand man in China Instrumente wie steinerne Glockenspiele, Bronzeschellen und Ocarinas (Tonpfeifen). Frühe Schriftstücke aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. lassen auf eine enge Beziehung zwischen der Musik und der gesellschaftlichen und kosmischen Ordnung schließen. Dieser Zusammenhang lässt sich auch in der heutigen Zeit noch feststellen. Bei der Thronbesteigung durch einen neuen Kaiser stimmten die Hofmusiker ihre Instrumente neu ab, philosophische Schriften richteten die Musik auf Vorstellungen aus der Naturwelt und das ethische Verhalten der Menschheit aus. Die Schriften von Konfuzius beeinflussten die Entwicklung der traditionellen Hofmusik – ein Einfluss übrigens, der auch auf die japanische (Gagaku) und koreanische Hofmusik übertragen wurde.

Obwohl auch erfolgreiche Dynastien verschiedene Musikgenres gefördert haben, so hatte das kommunistische Regime doch den tief greifendsten Einfluss auf die Musik. Nach dem Sieg der Kommunisten im Jahr 1949 besann man sich wieder auf die Tradition der Volksmusik, die Lieder erhielten dabei einen zunehmend politischen Inhalt und es kam zu einer weiteren Vermischung chinesischer und westlicher Musik. Nach der Kulturrevolution ließ die staatliche Unterstützung der Musikbranche nach, wurde schließlich soweit eingeschränkt, dass etwa ein Jahrzehnt lang nur fünf Opernhäuser und drei Ballettensemles die Genehmigung für Aufführungen erhielten. In den achtziger und neunziger Jahren weckte die Rockmusik ein wachsendes Interesse, aber auch sie unterliegt dem Druck des ungewissen politischen Klimas.

Die Schauspielkunst erfreute sich in China schon immer besonderer Beliebtheit. Das beste Beispiel hierfür ist die reiche Vielfalt an regionalen Operngesellschaften, von denen jede ihren ganz eigenen individuellen Stil aufweist. Auf den Dörfern gibt es halbprofessionelle Vereinigungen von Musikern, die zu zeremoniellen Anlässen auftreten. Das Repertoire dieser Gruppen umfasst Elemente der klassischen, religiösen sowie der Volksmusik. Weniger verbreitet sind Soloinstrumente wie z. B. die Qin, eine Zither, die zu meditativen Zwecken gespielt wird. Die ethnische Vielfalt Chinas kommt u. a. auch darin zum Ausdruck, dass die nationalen Minderheiten, die in den westlichen Landesregionen leben, wiederum eigene Musiktraditionen pflegen.


Bibliotheken und Museen

Die Städte Peking, Shanghai und Kanton spielen im Kulturleben Chinas eine bedeutende Rolle. Sie verfügen über die berühmtesten Museen, Theater und Ausstellungen.

Peking gilt noch immer als das kulturelle Herz der Nation. In der Nähe des berühmten Platzes des Himmlischen Friedens liegen die Verbotene Stadt (frühere Residenz der Kaiser und heute ein Museum, das für Besucher geöffnet ist), das Grab von Mao Tse-tung und das Museum der Chinesischen Revolution. Unweit von Peking befinden sich die großen Monumente der Ming- und Quing-Dynastie, die, nachdem die Reisebeschränkungen innerhalb des Landes für die Bevölkerung abgebaut wurden, zunehmende Besucherzahlen verzeichnen. Zu den historisch bedeutenden Bauwerken gehören außerdem der Sommerpalast, der Himmelstempel, die Gräber der Ming-Dynastie sowie die Chinesische Mauer.

In Shanghai befinden sich das Museum für Kunst und Geschichte, das eine der schönsten Kunstsammlungen Chinas beherbergt, und das Museum für Naturwissenschaften. Außerdem kann man hier den Garten des Mandarin Yu besichtigen, eines der Beispiele für das bedeutende Regierungsprogramm zur Förderung der Kunst. Nach 1949 öffnete die kommunistische Regierung viele der ehemals privaten Häuser, Gärten und Parks der Wohlhabenden dem breiten Publikum und baute sie zu Museen um. In allen Städten haben sich diese Plätze zu beliebten Treffpunkten entwickelt, an denen man spazieren geht, gemeinsam Tee trinkt und mit Freunden oder ausländischen Touristen Schach spielt. Außerdem dienen diese Stätten der Aufklärung über den Klassenunterschied, der vor 1949 zwischen Arm und Reich herrschte.

In Kanton kann man das Guangzhou-Museum, die Sun Yatsen-Gedächtnishalle, den Yuexiu-Park, in dem die Zhenhai-Pagode aus der Ming-Dynastie steht, den Tempel der Sechs Banyanbäume und die Huaisheng-Moschee besichtigen, die im Jahr 627 gegründet wurde. In der Nähe von Xi'an steht eine der eindrucksvollsten Arbeiten der chinesischen Antike – die Armee der 7 000 Terrakotta-Soldaten. Die lebensgroßen, realistisch dargestellten Figuren fand man im Grab des Qin-Kaisers (Ch'in) Shi Huang Ti, der 210 v. Chr. starb.

Die Förderung des nationalen Selbstbewusstseins seit der Revolution von 1949 veranlasste fast jede Stadt, eine Art kulturelles Monument zu bauen, das ihre jeweilige Rolle bei der Entwicklung Chinas widerspiegeln sollte. In den Städten, die kein offizielles Museum besitzen, wandelte man frühere Grundbesitze in der Öffentlichkeit zugängliche Gärten oder Teestuben um.


Das Land

Regierung
In der Volksrepublik China stellen die Kommunisten die regierende Partei (CCP), deren dienstälteste Mitglieder auch die höchsten Ämter des Staates innehaben. Die Landespolitik wird durch das Politbüro (20 Mitglieder) und dessen ständiges Komitee bestimmt. Der Nationale Volkskongress (NPC, das Parlament) hat 2 972 Mitglieder, die auf Gemeindeebene für einen Zeitraum von fünf Jahren indirekt gewählt werden. Er wird jährlich einberufen, segnet die Politik ab und verfügt die Ausführung der von der kommunistischen Partei beschlossenen Gesetze durch die Legislative. 1995 und 1996 nahmen einige Delegierte jedoch eine oppositionelle Haltung gegenüber der Regierung ein. Der NPC wählt den Präsidenten, der das Staatsoberhaupt ist, und den Vizepräsidenten. Auch der Staatsrat, an dessen Spitze der Ministerpräsident steht, wird vom NPC gewählt.


Zeitgeschichte

Nach dem 2. Weltkrieg entbrannte zwischen den Truppen der Kommunisten und der Kuomintang ("Nationale Volkspartei") ein heftiger Bürgerkrieg. 1948 kam die militärische Wende zugunsten der Kommunisten, und im Sommer 1949 brach der Widerstand der Nationalisten zusammen. Die Regierung suchte gemeinsam mit den verbündeten Truppen Zuflucht auf der Insel Taiwan.

Am 1. Oktober 1949 verkündete Mao Tse-tung als neues Staatsoberhaupt die Gründung der Volksrepublik China. Die Verfassung von 1954 ersetzte das Grundgesetz von 1949 und bestätigte die Autorität der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh).

Oberstes Ziel der kommunistischen Regierung war es, in China den Sozialismus zu realisieren. Jugendliche sollten Vorbilder und Geborgenheit bei Staat und Partei statt in der Familie suchen. Gesetze, die die Ehe, das Arbeitsleben, das Besitzrecht und die Scheidung neu regelten, stellten die Frau gleichberechtigt neben den Mann. Die Religionsausübung unterlag strengen Kontrollen. Intellektuelle mussten sich einer Art "Gehirnwäsche" unterziehen, mit dem Ziel, antikommunistisches Gedankengut zu eliminieren. In den ersten Jahren der Volksrepublik schreckte die Regierung in ihrem Bestreben, jegliche Opposition und alle potentiellen Feinde auszuschalten, auch vor Terrormaßnahmen nicht zurück.

Als vordringlichste Aufgabe sah die neue Regierung den Wiederaufbau der Wirtschaft an, die durch die jahrzehntelangen inneren Kämpfe am Boden lag. Grundlage der Wirtschaftspolitik bildete die schrittweise Organisation der Bauern in Kollektiven. Auf diese Weise sollte die Produktion gesteigert und die finanziellen Mittel zur Entwicklung der Schwerindustrie aufgebracht werden. Private Unternehmen wurden nach und nach verstaatlicht. Die Landreform begann 1950 zu greifen. Der erste Fünfjahresplan, der 1953 umgesetzt und mit sowjetischer Unterstützung realisiert wurde, stellte – auf Kosten der Konsumgüterproduktion – die Entwicklung der Schwerindustrie in den Mittelpunkt. Der frühe Erfolg des Planes ist zu einem großen Teil der Unterstützung und technischen Hilfe der Sowjetunion zu verdanken.

Die chinesische Außenpolitik spiegelt die Einmütigkeit der kommunistischen Bewegung in den fünfziger Jahren wider. China und die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) unterzeichneten 1950 einen Freundschaftspakt. Darüber hinaus bemühte sich China um enge Beziehungen zu seinen kleineren kommunistischen Nachbarn. Während des Koreakrieges (1950-1953) unterstützten chinesische Truppen die kommunistische Regierung Nordkoreas gegen die Streitkräfte der Vereinten Nationen (UN). Nach dem Waffenstillstand von 1953 verstärkten die Chinesen ihre militärische Hilfe für die kommunistischen Rebellen, die in Vietnam gegen die Franzosen kämpften. Außerdem versuchte das Regime jene Gebiete zurückzugewinnen, die – seiner Ansicht nach – zu China gehörten. 1950 fielen chinesische Truppen in Tibet ein und zwangen dem Gebirgsland die chinesische Herrschaft auf.

Während mit dem ersten Fünfjahresplan vorsichtig Änderungen und Reformen eingeführt wurden, sah der zweite Fünfjahresplan von 1958 für die Wirtschaft strenge Kontrollen vor. Auf diese Weise sollte die Agrarproduktion gesteigert, der Eigenverbrauch gesenkt und die Industrialisierung vorangetrieben werden. Motto des Planes war der so genannte Große Sprung nach vorn. Die Wirtschaft brach jedoch zusammen, und die Industrieproduktion sank drastisch.

Als die Sowjetunion 1960 ihren technischen Beistand und die Wirtschaftshilfe aufkündigte, führte dies zu einer weiteren Verschlechterung der Situation. Zwischen den beiden führenden kommunistischen Mächten kam es zu ideologischen Auseinandersetzungen, weil die UdSSR eine friedliche Koexistenz mit dem Westen anstrebte. Anfang der sechziger Jahre ging das Bündnis der beiden Staaten in die Brüche. Dies hatte zur Folge, dass die UdSSR ihre finanzielle Unterstützung zur Förderung der Wirtschaft China einstellte. Die Chinesen begannen nun, offen mit der UdSSR um die Führungsposition in der kommunistischen Welt und den Einfluss auf neutrale Nationen zu streiten – lediglich Albanien stand ihnen als Verbündeter zur Seite.

Bei der Neuordnung der chinesischen Gesellschaft kam es zu Differenzen zwischen Mao, der die reine kommunistische Lehre umsetzen wollte, sowie Intellektuellen, Politikern und Bürokraten, die einen gemäßigteren Weg bevorzugten. Im Mai 1956 starteten die Parteiführer, die die Loyalität der einflussreichen Intellektuellen zu gewinnen suchten, die Kampagne der Hundert Blumen ("Lasst hundert Blumen blühen und hundert Lehren miteinander wetteifern"). Mao selbst weitete die Kampagne noch aus und ermunterte zu offener Kritik an der Regierungspolitik. Er förderte damit viel Unzufriedenheit und Unmut zu Tage, so dass die freie Meinungsäußerung bereits im Juni 1957 wieder eingeschränkt wurde.

1959 stellte Mao sein Amt als Staatsoberhaupt zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde der gemäßigte Liu Shaoqi; zwar behielt Mao den Parteivorsitz, er verlor aber weiter an Einfluss, nachdem sich der Große Sprung nach vorn als wirtschaftlicher Fehlschlag erwiesen hatte. Die Spaltung innerhalb der Partei erreichte 1966 ihren Höhepunkt, als Mao und seine Anhänger die "Große Proletarische Kulturrevolution" initiierten, um die Überreste des so genannten burgeoisen Gedanken- und Kulturguts auszurotten und die revolutionären Ideale des frühen chinesischen Kommunismus wieder zu beleben. Gleichzeitig sollten Parteistrukturen geschwächt, Privilegien abgeschafft sowie das Schul- und Bildungssystem modernisiert werden, damit auch die einfache Landbevölkerung und die Arbeiterschaft davon profitieren konnten. Den Studenten, die sich Rote Garden nannten, schlossen sich Arbeiter- und Bauerngruppen sowie aus dem Wehrdienst entlassene Soldaten an. Gemeinsam zogen sie durch die Straßen, um für Maos politische Linie zu demonstrieren, wobei es zeitweise auch zu gewalttätigen Zwischenfällen kam. Der Parteiapparat wurde zerschlagen, und viele hohe Funktionäre, zu denen auch Liu gehörte, mussten von ihren Ämtern zurücktreten und wurden aus der Partei verstoßen. Die Schulen blieben geschlossen, und die Wirtschaft kam zum Erliegen. 1967 und 1968 kosteten die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Maoisten und ihren Gegnern sowie die Kämpfe zwischen den zersplitterten Roten Garden einige tausend Menschen das Leben.

Maos radikale Einstellung spiegelte sich in der neuen, vereinfachten Verfassung wider, die im Januar 1975 verabschiedet wurde. Der eher pragmatische, moderate Deng Xiaoping, rehabilitiertes Opfer der Kulturrevolution, wurde stellvertretender Ministerpräsident unter Zhou Enlai. In dieser Zeit gelang es China, seine Beziehungen zum Ausland deutlich zu verbessern. 1971 wurde es anstelle von Taiwan in die Vereinten Nationen aufgenommen. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Richard Milhous Nixon, stattete China 1972 einen offiziellen Besuch ab, und Japan knüpfte erste diplomatische Beziehungen mit dem chinesischen Nachbarn.

Als 1976 sowohl der Premierminister Zhou als auch der Parteivorsitzende Mao starben, hinterließen sie ein Machtvakuum. Nach Zhous Tod kam es zu erneuten Machtkämpfen zwischen moderaten und radikalen Führern. Als Kompromiss wurde schließlich Hua Guofeng das Amt des Premierministers angetragen, da dieser zu keiner der beiden Gruppen engere Kontakte pflegte. Hua trieb die moderate Politik weiter voran. Er festigte seine Position, ließ führende Radikale festnehmen. Als Nachfolger des Parteivorsitzenden Mao konzentrierte er seine Aufmerksamkeit auf die Stabilisierung der politischen Lage und die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung.

Die Beziehungen zu Vietnam verschlechterten sich, da die Vietnamesen die chinesische Minderheit in ihrem Lande nicht dulden wollten und sie unter Druck setzten, um sie zum Verlassen des Landes zu bewegen. Tausende Chinesen riskierten in überladenen und seeuntüchtigen Booten die Fahrt über das Südchinesische Meer. Einige fanden in anderen Ländern Zuflucht, aber ebenso viele verloren vermutlich auf dem Meer ihr Leben. Die katastrophale Situation dieser Boat people erregte internationales Aufsehen.

In den achtziger und Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts blieb Deng Xiaoping die dominante Führungspersönlichkeit in China. Auch wenn er seine öffentlichen Ämter nach und nach aufgab, behielt er doch im Hintergrund alle Fäden in der Hand. Gemeinsam mit anderen erfahrenen Politikern bemühte er sich, ausländische Investoren zu gewinnen, um Handel und Industrie zu fördern. Die Regierung zeigte sich dementsprechend in der Wirtschaftspolitik bei weitem nicht so dogmatisch wie in anderen politischen Bereichen.

Anfang der achtziger Jahre stellte Hua sein Amt als Premierminister zur Verfügung, und die Parteispitze wurde mit Anhängern Dengs besetzt. 1982 wurden eine neue Verfassung und eine neue Parteidoktrin verabschiedet. Die Verfassung führte das im Wesentlichen auf repräsentative Aufgaben beschränkte Amt des Präsidenten (des früheren Staatsvorsitzenden) wieder ein, das Mao 1968 abgeschafft hatte. Im Januar 1987 wurde Premierminister Zhao Ziyang Generalsekretär der Kommunistischen Partei. Die Veränderung in der Führung erfolgte nach einer Welle der Studentendemonstrationen, die mehr Demokratie und das Recht auf freie Meinungsäußerung forderten. Im April 1989 kam es zu erneuten Demonstrationen, die im Mai ihren Höhepunkt erreichten, als Michail Gorbatschow, Staatsoberhaupt der Sowjetunion, Peking besuchte, um damit einen Schlusspunkt unter die seit 30 Jahren währenden Unstimmigkeiten zwischen der UdSSR und China zu setzen. Die Demonstranten besetzten in Peking den Platz des Himmlischen Friedens, bis am Morgen des 4. Juni bewaffnete Truppen in das Stadtzentrum stürmten und mehrere hundert unbewaffnete Zivilisten töteten. Als Folge dieser Aktion trat Zhao Ziyang von seinen Parteiämtern zurück. Jiang Zemin wurde Generalsekretär und Li Peng Premierminister. Im März 1993 übernahm Jiang auch das Amt des Präsidenten. Deng starb im Februar 1997. Am 1. Juli desselben Jahres kam Hong Kong, seit 1843 britische Kronkolonie, an China zurück. Am 17. März 1998 wurde Zhu Rongji zum Premierminister gewählt. Li Peng trat nach der zweiten fünfjährigen Amtszeit zurück, da die Verfassung eine dritte Periode im Amt nicht erlaubt.

Zwischen der chinesischen Regierung und verschiedenen Nachbarländern sind noch zahlreiche Gebietsansprüche ungeklärt: Die Spratly-Inseln sind der Grund für weit reichende Unstimmigkeiten zwischen China, Malaysia, den Philippinen, Taiwan, Vietnam und Brunei. Die Paracel-Inseln werden von China verwaltet, aber von Vietnam beansprucht. China und die Regierung von Taiwan beanspruchen das unter japanischer Verwaltung stehende Gebiet Senkaku-shoto. Arunachal Pradesh und Aksai Chin sind der Grund für Streitigkeiten mit Indien.

Die chinesische Regierung bestätigte im Juli 1999 erstmals offiziell, dass das Land über Neutronenbomben verfügt. Im November 1999 unterzeichneten Vertreter Chinas und der USA in Peking eine bilaterale Vereinbarung über die Aufnahme der Volksrepublik in die Welthandelsorganisation (WTO). China verpflichtete sich in dem Dokument, das ihm den Weg zu entsprechenden Abkommen mit anderen WTO-Partnern wie der Europäischen Union ebnet, u. a. zur Zollsenkung und zur Abschaffung von Exportsubventionen. Am 19. Dezember 1999 erfolgte die Übergabe des vorher portugiesischen Überseegebiets Macao an China.


Wirtschaft

Reisanbau

China verfügt über einen der größten Wirtschaftssektoren weltweit. Durch den lebhaften und ständig anwachsenden privaten Sektor und eine inzwischen auf die Liberalisierung der Wirtschaft ausgerichtete Politik konnte in den letzten Jahren für viele Menschen der Lebensstandard angehoben werden. Auf dem Parteikongress von 1992 sprachen sich die Delegierten erneut für Wirtschaftsreformen aus. In den städtischen Gebieten nimmt die Mittelschicht zahlenmäßig zu, Privatunternehmen erhalten Förderungen und auch die Börse erlebt einen Aufschwung. Auf den Dörfern ist ebenfalls eine wesentliche Verbesserung der Lebensbedingungen zu beobachten, vor allem in Bezug auf die Ernährung und das Gesundheitswesen. So ist z. B. in der heutigen Wirtschaft auch eine größere Palette an Konsumgütern erhältlich.

Die wichtigsten Industriegüter Chinas sind Fertigwaren, Öl, Mineralien, Kohle, Stahl und Eisen. Obwohl lediglich 13,3 Prozent Prozent der Gesamtfläche Chinas für Ackerbau nutzbar sind, gehört das Land zu den weltweit führenden Produzenten von Reis, Tabak, Mais, Gerste, Sojabohnen, Erdnüssen, Eiern und Schweinefleisch. Weizen, Fisch und Kartoffeln sind weitere wichtige landwirtschaftliche Güter. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist in der Agrarwirtschaft beschäftigt, und China ist hinsichtlich der Versorgung mit Lebensmitteln autark. Investmentgüter, hochqualitative Rohstoffe und auch Öl müssen importiert werden. Die Landeswährung ist der Renminbi und Standardeinheit ist der Yuan.

Hong Kong

Aufstrebendes modernes Hong Kong
Die pulsierende Weltmetropole Hong Kong erstreckt sich über mehr als 235 Inseln und eine von Hügeln bedeckte Halbinsel, die mit dem südöstlichen Festland von China verbunden ist. Diese Luftaufnahme zeigt denVictoria Harbor, einen der bedeutendsten Häfen in Asien und einen der besten Naturhäfen der Welt, in dem sogar Hochseeschiffe vor Anker gehen können. Als Freihafen, Zentrum für Handel und Finanzen sowie attraktives Ziel des internationalen Tourismus zieht Hong Kong Besucher aus der ganzen Welt an. Das Hafenviertel von Hong Kong ist von Hochhäusern der Geschäftswelt sowie von schicken Geschäften und Hotels gesäumt.
Will & Deni McIntyre/Photo Researchers, Inc. © & (p) 1995-2000 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

© 1988-2000 Microsoft und/oder deren Lieferanten. Alle Rechte vorbehalten.


Verkehr und Kommunikation

Alle öffentlichen Verkehrsmittel befinden sich im Besitz des Staates. Die gängigen Transportmittel sind Zug, Fahrrad und Bus. Nur wenige besitzen ein Privatfahrzeug, aber auch hier ist ein Zuwachs zu verzeichnen. Inlandsflugverbindungen stehen zur Verfügung, aber sind sehr teuer und wirken oftmals auch nicht sehr Vertrauen erweckend. In einigen Gebieten werden Flüsse als Verkehrswege genutzt. Die Straßenverbindungen zwischen den einzelnen Städten sind meistens in einem armseligen Zustand. Das Kommunikationssystem ist zwar sehr schwach ausgebaut, weist aber inzwischen etliche Verbesserungen auf. Die Regierung kontrolliert alle Rundfunk- und Fernsehstationen.


Bildungswesen

Bildung in Kanton
Bis Ende der neunziger Jahre ist es Chinas erklärtes Ziel, die Grundschulausbildung für jeden Bürger zu ermöglichen. Im ersten Schuljahr werden fast alle Kinder in eine Schule eingeschrieben. Aber die meisten von ihnen brechen nach der Hälfte der Schulzeit ihre Ausbildung ab. Die Regierung erarbeitet derzeit einen Plan, der in allen Regionen eine Schulpflicht von neun Jahren vorschreiben soll. Um den Alphabetisierungsgrad der Erwachsenen zu erhöhen, ist eine Universität für das Fernstudium eingerichtet worden. Der Unterricht wird hierbei über Radio oder Fernsehen abgehalten. Universitäten besucht nur ein kleiner Prozentsatz aller Einwohner. Um im Ausland weiterstudieren zu dürfen, müssen die Studierenden mindestens fünf Jahre lang gearbeitet haben.


Gesundheitswesen

Abgesehen von Malaria- und Cholerafällen, ist der durchschnittliche Gesundheitszustand in China im Allgemeinen gut. Die medizinische Versorgung wird in hohem Maß durch den Staat subventioniert. Das Gesundheitssystem ist auf Vorsorge ausgerichtet. Die zahlreichen Programme, die hierfür ausgearbeitet wurden, heben mit besonderem Nachdruck die Bedeutung von Impfungen, pränatalen Untersuchungen und Hygiene hervor. Im Rahmen dieser Programme sollen auch genügend Kinderärzte zur Verfügung gestellt werden. Die medizinischen Einrichtungen sind äusserst einfach, aber das System hat für eine grundlegende Verbesserung der Gesundheit gesorgt und die Kindersterblichkeitsrate beachtlich gesenkt. Die traditionelle chinesische Medizin (Nutzung u. a. von medizinischen Kräutern und Akupunktur) zur Behandlung von Krankheiten und Wunden wird mit westlichen medizinischen Techniken kombiniert.

 

Schönheit von Xishuangbanna
Ein Waldgebiet wich diesen üppigen Reisfeldern in der südchinesischen Region Xishuangbanna. Am südwestlichen Rand der Provinz Yunnan Sheng, in der Nähe der Grenze zu Myanmar und Laos gelegen, ist diese subtropische Region von Gebirge und dichtem Regenwald geprägt.

Eastcott-Momatiuk/Woodfin Camp and Associates, I © & (p) 1995-2000 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

© 1988-2000 Microsoft und/oder deren Lieferanten. Alle Rechte vorbehalte